Festgeld: Mittel- bis langfristige Geldanlage mit festen Zinsen

Das Festgeld wird als Geldanlage immer beliebter.

Das Festgeld wird als Geldanlage immer beliebter.

Laut einer Umfrage, die vom Verband Privater Bausparkassen e.V. in Auftrag gegeben wurde, sind das Sparbuch, das Girokonto und der Bausparvertrag für die Deutschen immer noch die beliebtesten Formen der Geldanlage.

Im Vergleich zu den Vorjahren lässt sich hier jedoch ein leichter Rückgang erkennen. Eine andere Art des Sparens holt hingegen auf. Rund 30 Prozent der deutschen Sparer setzen mittlerweile auf Tages- und Festgeldkonten.

Doch wodurch zeichnen sich Festgelder als Geldanlage eigentlich aus? Wie unterscheiden sich Festgeld und Tagesgeld voneinander? Wie hoch fällt der Zinssatz für das Festgeld bei der Bank aus? Diesen und weiteren Fragen widmen wir uns im folgenden Ratgeber, damit Sie für Ihr Erspartes die richtige Anlageform finden.

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Kurz & knapp: Informationen zum Festgeld für Schnellleser

  • Das Festgeld gibt Ihnen die Möglichkeit, Geld für einen mittelfristigen Zeitraum – einige Monate bis einige Jahre – fest anzulegen. Über den gesamten Zeitraum ist ein konstanter Zins für das Festgeld festgelegt.
  • Beim Festgeld fällt die Verzinsung besser aus als beim Tagesgeld. Dafür sind Anleger aber auch weniger flexibel, da sie während der Laufzeit nicht auf ihr Guthaben zugreifen können.
  • Ausländische Banken bieten meist bessere Festgeldzinsen an als deutsche Geldinstitute. In bestimmten Ländern ist das Geld jedoch nicht so gut abgesichert. Anleger sollten sich nur für Staaten entscheiden, deren Rating bei AAA oder AA liegt.

Was ist ein Festgeldkonto überhaupt?

Im Vergleich zu anderen Geldanlagen punktet das Festgeld mit relativ hohen Zinsen.

Im Vergleich zu anderen Geldanlagen punktet das Festgeld mit relativ hohen Zinsen.

Wer sich über Möglichkeiten der Geldanlage informiert, kommt am Festgeldkonto meist nicht vorbei. Doch was ist das Festgeld überhaupt? Für wen lohnt sich diese Anlageform und wodurch wird sie charakterisiert?

Das Tagesgeld ist häufig auch als Termingeld bekannt. Personen legen dabei einen gewünschten Geldbetrag bei einer Bank für einen bestimmten Zeitraum an. Während der Laufzeit können sie nicht auf das Geld zugreifen. Für das Festgeldkonto werden Zinsen festgelegt, welche über den gesamten Zeitraum konstant bleiben.

Sparbuch, Tagesgeld oder Festgeld: Wo liegen die Unterschiede?

Neulinge auf dem Gebiet der Geldanlage mögen sich nun fragen, wo genau nun der Unterschied zwischen Sparbrief, Tages- und Festgeld liegt. Schließlich ähneln sich all diese Anlageformen in den grundlegenden Punkten: Geld wird für einen gewissen Zeitraum angelegt und der Sparer erhält dafür von der Bank Zinsen.

Bedeutende Unterschiede bestehen vor allem in der Laufzeit sowie in der Flexibilität. Das Tagesgeld eignet sich für alle Anleger, die weiterhin flexibel bleiben wollen. Hier wird das Geld nämlich nicht für einen festen Zeitraum angelegt. Kunden können jederzeit auf ihr Guthaben zugreifen.

Diese Möglichkeit besteht beim Festgeld und Sparbrief nicht. Ersteres eignet sich bei einer Laufzeit von einigen Monaten bis zu zehn Jahren für den mittelfristigen Vermögensaufbau. Ein Sparbuch eignet sich für alle, die ihr Geld möglichst langfristig anlegen wollen.

Sowohl beim Sparbuch als auch beim Festgeld besteht in der Regel keine Möglichkeit, vor Ablauf der Laufzeit an die Ersparnisse zu gelangen.
Variable beim Festgeld: Die Zinsen werden von verschiedenen Faktoren beeinflusst.

Variable beim Festgeld: Die Zinsen werden von verschiedenen Faktoren beeinflusst.

Ein weiterer Faktor, welcher die drei Anlageformen voneinander unterscheidet, sind die Zinssätze. Beim Festgeld sowie beim Sparbuch ist dieser über die gesamte Laufzeit festgelegt. Sparer wissen also vorher schon, wie viel Geld Ihnen am Ende von der Bank ausgezahlt wird. Beim Tagesgeld hingegen schwankt der Zinssatz, da er sich am Leitzins der Europäischen Zentralbank (EZB) orientiert und sofort auf Änderungen reagiert. Diese Anlageform bietet daher weniger Planungssicherheit. Sacken die Zinsen ab, bekommen die Anleger dies beim Tagesgeld sofort zu spüren.

Des Weiteren sind die Zinsen auf das Festgeld in der Regel höher als auf das Tagesgeld. Doch woran liegt das? Beim Festgeld wird der jeweilige Betrag für einen bestimmten Zeitraum fest angelegt. In dieser Zeit kann die Bank frei über diese Summe verfügen. Es wird dazu verwendet, um auf dem Geldmarkt einen Gewinn zu erwirtschaften. Das kommt der Bank zugute, weshalb im Vergleich zum Tagesgeld höhere Zinsätze angeboten werden. Beim Sparbuch sind die niedrigsten Zinsen zu erwarten, dafür handelt es sich hierbei aber auch im Vergleich um die sicherste Anlageform.

Welche Zinsen sind beim Festgeld zu erwarten?

Wir haben bereits herausgearbeitet, dass der Zins beim Festgeld höher liegt als beim Tagesgeld. Doch welchen Zinssatz können Sparer genau erwarten? Pauschale Angaben lassen sich kaum geben, da dieser jeweils an den Leitzins der EZB angepasst wird. Des Weiteren spielen auch die Anlagesumme sowie die Laufzeit eine Rolle. Nur ausländische Banken bieten aktuell teilweise noch Zinssätze von über einem Prozent an. Bei deutschen Kreditinstituten ist meist schon bei 0,6 bis 0,7 Prozent Schluss. Mit einem Festgeldrechner können aktuelle Zinsen schnell und einfach überprüft und im Vergleich angezeigt werden.

Wie können Sie ein Festgeldkonto eröffnen?

Ein Festgeldkonto können Sie auch online eröffnen.

Ein Festgeldkonto können Sie auch online eröffnen.

Möchten Sie Festgeld anlegen, können Sie sich zum einen an Ihre Hausbank wenden. Beim persönlichen Beratungsgespräch in der Filiale werden die grundsätzlichen Punkte besprochen. Damit das Konto bei der Bank eröffnet werden kann, müssen sich Kunden legitimieren. Hierzu reicht meist der Personalausweis bzw. der Personalausweis inklusive aktueller Meldebestätigung aus.

Im Anschluss wird dann der Vertrag über das Festgeldkonto aufgesetzt und unterzeichnet. Bevor sie ihre Unterschrift darunter setzen, sollten Anleger die Unterlagen genau prüfen. Ist dies geschehen, wird der Anlagebetrag auf das Konto bei der Bank eingezahlt und der Vorgang ist abgeschlossen.

Mittlerweile bieten jedoch vor allem Direktbanken im Internet Festgeldkonten an. Wie ist die Vorgehensweise, wenn keine Filiale vorhanden ist? In diesem Fall müssen sich Anleger per Video- oder Postident-Verfahren ausweisen. Ansonsten läuft die Eröffnung des Kontos aber ähnlich wie in der Filiale.

Worauf sollten Sie bei einer Anlage mit Festgeld achten?

Für Anleger ist beim Festgeld natürlich der Zinssatz von großer Bedeutung. Deutsche Banken schneiden hier in der Regel sehr viel schlechter ab als viele ausländische Geldinstitute. Anleger sollten jedoch nicht blind die erstbeste Bank mit den höchsten Zinsen auswählen. Im Abschnitt „Wie sicher ist das bei der Bank angelegte Festgeld?“ gehen wir näher darauf ein, warum manche Banken weniger sicher sind als andere.

Entscheidend für die beim Festgeld gültigen Zinssätze sind zusätzlich die Höhe der Anlagesumme sowie die Laufzeit. Für kürzere Zeiträume werden niedrigere Zinsen angesetzt als für längere.

Experten raten jedoch dazu, die Laufzeit auf maximal drei bis vier Jahre festzulegen. Bei längeren Zeitabschnitten steigt der Zinssatz meist nur noch marginal. Des Weiteren sind Anleger so etwas flexibler und können sich nach dem Ende der Laufzeit für einen neuen Vertrag mit eventuell besseren Konditionen bei einer anderen Bank entscheiden.

Wann müssen Sie Ihren Festgeldvertrag kündigen?

In gewissen Fällen müssen Sie den Vertrag über das Festgeld kündigen, ansonsten findet eine automatische Verlängerung statt.

In gewissen Fällen müssen Sie den Vertrag über das Festgeld kündigen, ansonsten findet eine automatische Verlängerung statt.

Viele Anleger fragen sich, ob sie den Vertrag für das Festgeld kündigen müssen, wenn dessen Laufzeit endet. Je nach Bank und Art des Vertrages sind in diesem Zusammenhang unterschiedliche Lösungen möglich. Bei vielen Geldinstituten wird das Festgeldkonto nach Ablauf des festgelegten Zeitraums aufgelöst.

Das angelegte Geld wird dann inklusive der angefallenen Zinsen auf das jeweilige Referenzkonto ausgezahlt. Im Vorhinein werden Anleger von der Bank über das baldige Auslaufen des Vertrages informiert und erhalten die Möglichkeit, das Geld erneut mit einem neu angepassten Zinssatz anzulegen.

Bei anderen Festgeldkonten hingegen müssen Anleger den Vertrag bei der Bank fristgerecht kündigen. Tun sie dies nicht, wird die Anlage automatisch verlängert – und zwar um den gleichen Zeitraum, wie beim vorherigen Vertrag. Es ist jedoch zu beachten, dass beim Festgeld von der Bank neue Zinsen festgelegt werden, die dem dann gültigen Niveau entsprechen. Hier ist also sowohl eine Verschlechterung als auch eine Verbesserung möglich.

Möchten Sie Festgeld anlegen, sollten Sie sich im Vorhinein darüber informieren, ob der Vertrag am Ende der Laufzeit von Ihnen gekündigt werden muss oder ob das Festgeldkonto automatisch aufgelöst wird. Diese Angaben sollten auch Ihren Vertragsunterlagen von der Bank zu entnehmen sein. Beachten Sie: Kündigen Sie nicht fristgemäß, wird Ihr Geld von der Bank erneut für einen festen Zeitraum angelegt und Sie haben keinen Zugriff auf den Betrag.

Können Sie ein Festgeldkonto vorzeitig kündigen?

Möchten Sie vorzeitig kündigen, erhalten Sie niedrigere oder gar keine Zinsen auf das Festgeld.

Möchten Sie vorzeitig kündigen, erhalten Sie niedrigere oder gar keine Zinsen auf das Festgeld.

Es gibt Situationen, in denen wird schnell und ungeplant eine kleinere oder größere Summe Geld benötigt. Dies wäre etwa der Fall, wenn die kaputte Waschmaschine ersetzt werden muss oder Reparaturen am Auto nötig sind.

Viele Anleger stellen sich in einer solchen oder ähnlichen Situation, ob sie Ihre Festgeldanlage bei der Bank im Notfall vor dem Ende der Laufzeit kündigen können.

Wie wir bereits einleitend erklärt haben, wird das Festgeld über einen gewissen Zeitraum bei einer Bank fest angelegt. Hierdurch sind Kunden weniger flexibel, sie profitieren jedoch von einer guten Festgeldverzinsung, welche besser ausfällt als beim Tagesgeld.

Nur in gewissen Fällen besteht die Möglichkeit, Festgeldanlagen vor Ende der Laufzeit zu kündigen. Hierzu müssen Sie sich an Ihre Bank wenden hoffen, dass diese sich Ihnen gegenüber kulant zeigt. Manche Geldinstitute schließen diese Möglichkeit jedoch schon im Vorhinein aus.

Möchten Sie die Geldanlage mit dem Festgeld vor Ende der Laufzeit kündigen, müssen Sie jedoch – wie etwa auch bei der Ablösung eines Kreditesmit Nachteilen rechnen. So erhalten Sie entweder für die Festgeldanlage gar keine Zinsen oder diese fallen erheblich niedriger aus. Des Weiteren kann die Bank Vorschusszinsen – ähnlich wie bei einem Sparbuch – berechnen.

Lässt sich die Bank nicht auf die Kündigung vor Ende der Laufzeit ein, kann sie Ihnen jedoch unter Umständen einen Kredit zur Verfügung stellen. Als Sicherheit wird dann das Geld verwendet, welches auf dem Festgeldkonto angelegt ist.

Wie sicher ist das bei der Bank angelegte Festgeld?

Bis zu einem Betrag von 100.000 Euro ist das Festgeld bei deutschen Banken sicher.

Bis zu einem Betrag von 100.000 Euro ist das Festgeld bei deutschen Banken sicher.

In der jüngeren Vergangenheit haben zwei Finanzkrisen die Welt erschüttert: Zum einen war dies die Weltwirtschaftskrise, die 2007 ihren Lauf nahm und unter anderem durch die US-Immobilienblase ausgelöst wurde. Zum anderen ist in diesem Zusammenhang die Eurokrise zu nennen. Sie begann im Jahr 2010 und brachte die Währungsunion stark ins Schwanken.

Verbraucher, die Festgeld bei einer Bank anlegen, mögen sich in Anbetracht dieser Hintergründe fragen, wie sicher ihr Erspartes ist, sollte es zu weiteren Problemen auf dem Finanzmarkt kommen. Grundsätzlich lässt sich Folgendes feststellen: Sollte es in Deutschland zu einer Bankeninsolvenz kommen, sind Guthaben auf Giro-, Tages- und Festgeldkonten bis zu einem gewissen Betrag sicher.

Innerhalb der Europäischen Union müssen alle Banken die gesetzliche Einlagensicherung in Höhe von 100.000 Euro pro Kunde sicherstellen. Für Ehepaare, die ein Gemeinschaftskonto führen, erhöht sich der Betrag auf 200.000 Euro.

In gewissen Fällen, etwa nach dem Verkauf einer selbstgenutzten Immobilie, kann der Maximalbetrag, der gesetzlich geschützt wird, sogar bei 500.000 Euro liegen. Viele deutsche Banken verfügen außerdem über eine zusätzliche freiwillige Einlagensicherung in Millionenhöhe.

Unser Tipp: Möchten Sie beim Festgeld auf Nummer sicher gehen? Übersteigt der Betrag, den Sie anlegen möchten, die Limits bezüglich der Einlagensicherung, sollten Sie Ihr Geld auf mehrere Banken verteilen.

Im Vergleich zu vielen ausländischen Banken bieten deutsche Geldinstitute häufig nur eine geringe Verzinsung beim Festgeld an. Umso verlockender erscheint es vielen deutschen Anlegern, lieber auf eine Bank im Ausland zu setzen. Doch wie sicher ist das Geld dort?

Wie in Deutschland muss in allen Ländern der EU eine gesetzliche Einlagensicherung von mindestens 100.000 Euro gewährleistet werden. Bei einigen Ländern ist es jedoch ungewiss, ob sie im Fall der Fälle wirklich für die Entschädigung der Anleger aufkommen können.

Aus diesem Grund sollten Verbraucher laut Angaben der Stiftung Warentest nur bei solchen Banken ihr Festgeld anlegen, die aus einem Land stammen, die von den großen Ratingagenturen mit den Bestnoten AAA oder AA bewertet wurden.

Alle europäischen Banken müssen für ein Festgeldkonto eine Einlagensicherung gewährleisten.

Alle europäischen Banken müssen für ein Festgeldkonto eine Einlagensicherung gewährleisten.

Zu den Ländern mit einer vertrauenswürdigen Einlagensicherung gehören damit neben Deutschland unter anderem auch die folgenden Staaten:

  • Dänemark
  • Schweden
  • Finnland
  • Niederlande
  • Belgien
  • Frankreich
  • Österreich
  • Luxemburg
Möchten Sie Ihr Geld sicher anlegen, ist das Festgeld eine gute Wahl. Jedoch sollten Sie um Angebote aus den folgenden Ländern einen großen Bogen machen, da eine Bank die Einlagensicherung unter Umständen nicht aufbringen kann: Griechenland, Bulgarien, Kroatien, Ungarn, Italien, Portugal, Malta, Spanien und Zypern.
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