Lebensversicherung und ihre Auszahlung: Einzelheiten und Details

Lebensversicherung: Die Auszahlung bei Tod des Versicherten erfolgt im Zuge des Todesfallschutzes.

Lebensversicherung: Die Auszahlung bei Tod des Versicherten erfolgt im Zuge des Todesfallschutzes.

Wer eine Lebensversicherung abschließt, erhofft sich dadurch mehr finanzielle Sicherheit im Alter oder möchte damit die Familie absichern, falls der schlimmste Fall eintreten sollte – der Tod.

Nun gibt es aber zahlreiche Gründe, warum es einigen Versicherungsnehmern nach einiger Zeit nicht mehr sinnvoll erscheint, die abgeschlossene Lebensversicherung weiterzuführen und in diese Geld zu investieren.

Ob es die recht schwankende Lage des Finanzmarktes ist oder persönliche Gründe sind – oft soll für die eigene Lebensversicherung eine vorzeitige Auszahlung erfolgen.

Was es damit auf sich hat, wie und unter welchen Bedingungen eine Auszahlung erfolgen kann, verrät Ihnen dieser Ratgeber.

Icon VorfälligkeitsentschädigungKurz & knapp: Informationen zur Auszahlung einer Lebensversicherung für Schnellleser

  • Die Auszahlung einer Lebensversicherung hängt stark von der Versicherungsart ab, die ein Versicherungsnehmer besitzt.
  • Überlegen Sie sich vor Vertragsabschluss gut, welches Modell der Lebensversicherung das für Sie passendste ist. Denn sollte es einmal zu einer vorzeitigen Kündigung kommen, ist das für die Auszahlungshöhe entscheidend.
  • Bestenfalls lassen Sie in solch einem Fall Ihre Lebensversicherung und deren Auszahlung fachgerecht prüfen von einem Experten. Ein Anwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht kann hierbei eine große Hilfe sein.

Weiterführende Artikel zur Auszahlung der Lebensversicherung

Auszahlung der Lebensversicherung: Unterschiedliche Formen

Aus unterschiedlichen Motivationen heraus, welche die Auszahlung einer Lebensversicherung veranlassen können, gibt es selbstredend auch verschiedene Wege, nach welchen solch eine Auszahlung erfolgen kann. Welche das sind und wie es funktioniert, sich eine Lebensversicherung auszahlen zu lassen, erklären Ihnen die nachfolgenden Gliederungspunkte.

Zu beachten ist hierbei auch, dass nicht für jede Art der Lebensversicherung auch dieselben Regeln gelten. Viele Vorschriften in Bezug auf eine Auszahlung hängen ebenso mit den individuellen Bestimmungen zusammen, die in einem Lebensversicherungsvertrag verankert sind.

Lebensversicherung vorzeitig auszahlen lassen

Da die Auszahlung einer Lebensversicherung sehr stark von der Form der abgeschlossenen Versicherungspolice abhängt, ist es nicht verwunderlich, dass nicht alle Arten dieselben Wege besitzen, auf denen die Versicherungssumme ausgezahlt werden kann.

Oftmals ziehen Versicherte eine vorzeitige Kündigung Ihrer Versicherung in Betracht, um sich so den Rückkaufswert auszahlen zu lassen und noch vor Eintritt des Versicherungsfalls nicht mehr an die Police gebunden zu sein.

Hierbei sei zu erwähnen, dass eine Kündigung immer Nachteile mit sich bringt. Vor allem finanzielle Einbußen sind hierbei die Regel.
Wer sich seine Lebensversicherung vorzeitig auszahlen lassen möchte, der sollte zunächst genau wissen, welche Versicherung er überhaupt besitzt.
Bei der kapitalbildenden Lebensversicherung ist eine Teilauszahlung als private Rente möglich.

Bei der kapitalbildenden Lebensversicherung ist eine Teilauszahlung als private Rente möglich.

  • Sie sind Versicherungsnehmer einer Risikolebensversicherung:
    Risikolebensversicherungen schließen eine vorzeitige Kündigung nämlich gänzlich aus.

    Zwar können Sie eine Risikolebensversicherung kündigen, aber das bringt Ihnen keinerlei Vorteile. Da diese Form der Lebensversicherung ausschließlich den Hinterbliebenen- bzw. Todesfallschutz inne hat, wird bei einer Kündigung kein Geld ausgezahlt. Alle investierten Gelder wären damit verloren. Zudem besteht ab dem Zeitpunkt der Kündigung auch kein Schutz im Todesfall mehr.

  • Sie sind Eigentümer einer Kapitallebensversicherung:
    Ziehen Sie eine vorzeitige Kündigung bzw. Auszahlung Ihrer kapitalbildenden Lebensversicherung in Erwägung, dann ist Ihnen bei der Kündigung in diesem Fall auch ein Rückkaufswert zugesichert.

Denn solange eine Lebensversicherung nicht nur den Todesfall, sondern auch einen Erlebensfall absichert, ist einem Versicherungsnehmer per Gesetz ein Rückkaufswert zugesprochen. Im § 169 Abs. 1 des Versicherungsvertragsgesetzes (VVG) heißt es dazu wie folgt:

Wird eine Versicherung, die Versicherungsschutz für ein Risiko bietet, bei dem der Eintritt der Verpflichtung des Versicherers gewiss ist, durch Kündigung des Versicherungsnehmers oder durch Rücktritt oder Anfechtung des Versicherers aufgehoben, hat der Versicherer den Rückkaufswert zu zahlen.

Zu beachten ist hierbei jedoch, dass zwar eine Auszahlung erfolgt, diese aber vor allem bei einer Kündigung innerhalb der ersten Vertragsjahre durch hohe Gebühren belastet ist. Das sind zum Beispiel:

  • Abschlussgebühren
  • Verwaltungsgebühren
  • Stornierungsgebühren
  • eventuelle Provisionen

Damit bekommt der Versicherte weitaus weniger Geld vom Versicherungsunternehmen zurück ,als er bis dato schon eingezahlt hat.

Erfragen Sie bei Ihrem Versicherer den aktuellen Rückkaufswert Ihrer Versicherung, bevor Sie die vorzeitige Kündigung einreichen. So wissen Sie genau, womit Sie rechnen müssen. Seien Sie in jedem Fall auf einem Verlust gefasst.

In jedem Fall sollte bei einer sogenannten „Lebensversicherung mit Auszahlung“ die entsprechende Kündigungsfrist gewahrt werden. Verpassen Sie diese, müssen Sie unter Umständen ein ganzes Jahr warten, bis die nächste Kündigung möglich ist. Die genauen Fristen können Sie den Vertragsunterlagen entnehmen.

Die Auszahlung einer betrieblichen Lebensversicherung ist krankenversicherungspflichtig.

Die Auszahlung einer betrieblichen Lebensversicherung ist krankenversicherungspflichtig.

Sie besitzen eine fondsgebundene Lebensversicherung:
Da diese Versicherungsart eine Kombination aus Todesfallschutz und Vermögensaufbau ist, kann auch hier eine Auszahlung der Lebensversicherung erfolgen. Achtung ist allerdings geboten, wenn es darum geht, wie hoch die momentanen Erträge der Fonds sind. Ist die Finanzlage gerade nicht so gut, kann es durchaus der Fall sein, dass Sie sehr viel weniger Geld ausgezahlt bekommen, als Ihnen durch die eingezahlten Beiträge bereits eigentlich zustehen würde.

Auszahlung einer Lebensversicherung nach Ablauf des Vertrags

Auch diese Option der Auszahlung einer Lebensversicherung ist nur bei der Kapitallebensversicherung gegeben. Läuft eine Risikolebensversicherung aus, ohne dass der Todesfall eingetreten ist, sind alle eingezahlten Prämien verloren und der Versicherungsnehmer oder ein Bezugsberechtigter bekommt kein Geld vom jeweiligen Versicherungsunternehmen.

Bei kapitalbildenden Versicherungen sieht das aber anders aus. Hier kann die Auszahlung der Lebensversicherung wahlweise einmalig oder als monatliche Rente erfolgen. Die Höhe des Betrags, welcher insgesamt an den Versicherten geht, liegt in etwa bei der Summe, die in die Versicherung eingezahlt wurde plus Zinsen, die vertraglich vereinbart wurden. Kurz gesagt wird das Versicherungssumme genannt.

Nützlich zu wissen: Meint es der Finanzmarkt gut mit Ihnen und Sie besitzen eine fondsgebundene Lebensversicherung, stehen Ihnen vielleicht sogar noch Gewinne und Beteiligungen an den Überschüssen zu.

Im Prinzip ist eine festgelegte regelmäßige Rente nichts anderes als eine Teilauszahlung Ihrer Lebensversicherung. Diese wird von vielen gern als zusätzliche Aufstockung der Finanzen im Alter genutzt.

Auszahlung einer Lebensversicherung im Todesfall

Sie können sich Ihre Lebensversicherung einmalig auszahlen lassen oder eine monatliche Rente beziehen.

Sie können sich Ihre Lebensversicherung einmalig auszahlen lassen oder eine monatliche Rente beziehen.

Erfolgt bei der abgeschlossenen Lebensversicherung die Auszahlung ausschließlich im Todesfall, handelt es sich höchstwahrscheinlich um eine Risikolebensversicherung, da sie genau diesen Fall versichert. Andere Umstände können keine Auszahlung auslösen.

Kommt es zum Tod des Versicherungsnehmers, wird dieser zunächst vom Versicherer geprüft.

Dazu müssen einige Unterlagen, wie beispielsweise die betreffende Sterbeurkunde, eingereicht werden. Außerdem soll bei der Prüfung sichergestellt werden, dass kein Selbstmord vorlag. Die Auszahlung der Lebensversicherung erfolgt nämlich nicht im Falle eines Suizids.

Übrigens: Nur eine betriebliche Altersvorsorge führt dazu, dass die Auszahlung der Lebensversicherung sozialversicherungspflichtig ist. Ob Steuern gezahlt werden müssen, ist vor allem abhängig vom Datum des Vertragsabschlusses.
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