Kontoführungsgebühren der Banken: Was ist zulässig?

Kurz & knapp: Kontoführungsgebühren für Schnellleser

Was sind Kontoführungsgebühren?

Diese Gebühren erheben Banken dafür, dass sie einem Kunden ein Girokonto zur Verfügung stellen. Über die Einnahmen daraus werden unter anderem die Software, das Filialnetz und die Geldautomaten finanziert. Mehr zu den Grundlagen können Sie an dieser Stelle nachlesen.

Wie viel Kontoführungsgebühren sind üblich?

Kontoführungsgebühren sind gesetzlich nicht gedeckelt. Die Kosten unterscheiden sich stark je nach Bank. Geben Sie zwischen 60 und 100 Euro im Jahr für Ihr Konto aus, ist es empfehlenswert, wenn Sie sich nach einem günstigeren Anbieter umschauen. Hier können Sie außerdem nachlesen, wie Sie unrechtmäßig erhobene Kontoführungsgebühren zurückfordern können.

Welche Bank ist kostenlos?

Häufig bieten noch Direktbanken Girokonten ohne Kontoführungsgebühren an. Es kann jedoch auch in diesem Fall möglich sein, dass bei diesen andere zusätzliche Entgelte berechnet werden, etwa für Überweisungen. Mehr dazu erfahren Sie hier.

Wie viel kostet ein Konto bei der Sparkasse?

In Deutschland gibt es nicht eine einzige Sparkasse. Vielmehr gibt es viele unterschiedliche Sparkassen, wie etwa die Sparkasse Hamburg oder Berlin. Jede davon kann ihre Kontoführungsgebühren für ein Girokonto selbst festlegen, weshalb wir keine pauschalen Angaben machen können. Ob Sie die anfallenden Kontoführungsgebühren von der Steuer absetzen können, erfahren Sie an dieser Stelle.

Was sind Kontoführungsgebühren? Eine kurze Definition

Wie hoch Kontoführungsgebühren ausfallen dürfen, ist gesetzlich nicht festgelegt.
Wie hoch Kontoführungsgebühren ausfallen dürfen, ist gesetzlich nicht festgelegt.

In der Vergangenheit waren die meisten Girokonten kostenfrei. Im Verkauf der letzten Jahre hat sich dies jedoch drastisch geändert. Immer mehr Banken verlangen wieder Kontoführungsgebühren. Doch was ist das Prinzip dahinter?

Die Bank erhebt dabei quasi eine Grundgebühr dafür, dass sie einem Kunden ein Konto zur Verfügung stellt und dieses verwaltet. Sie übernimmt bestimmte Dienstleistungen und Sie als Kunde müssen dafür bezahlen.

Vor der aktuell herrschenden Niedrigzinsphase konnten Banken mit den Guthaben der Kunden gewisse Einnahmen generieren. Diese fallen nun weg. Aus diesem Grund gehen viele Banken wieder dazu über, Kontoführungsgebühren zu erheben bzw. bereits bestehende Gebühren zu erhöhen.

Beachten Sie: Zusätzlich zu den Kontoführungsgebühren können Banken noch zusätzliche Entgelte erheben, beispielsweise für eine Kreditkarte, eine Überweisung oder eine Bargeldeinzahlung am Schalter.

Viele Bankkunden fragen sich, ob für die Kontoführungsgebühren auch Mehrwertsteuer (offiziell Umsatzsteuer genannt) erhoben wird? Grundsätzlich gilt, dass Bankgebühren von der Umsatzsteuer befreit sind. Bei Geschäftskunden kann davon jedoch eine Ausnahme gemacht werden.

Kontoführungsgebühren: Ab wann werden sie fällig?

Kontoführungsgebühren: Eine Befreiung gibt es häufig für Schüler und Studenten.
Kontoführungsgebühren: Eine Befreiung gibt es häufig für Schüler und Studenten.

Wann genau Kontoführungsgebühren anfallen und wie hoch wie ausfallen, das lässt sich nicht pauschal sagen. Jede Bank hat hierzu ihre eigenen Regelungen. Gesetzlich festgelegte Obergrenzen gibt es nicht. Möchten Sie also zum ersten Mal ein Konto eröffnen oder zu einer anderen Bank wechseln, sollten Sie sich im Vorhinein genau über die Kosten informieren.

Häufig bieten Banken für Schüler, Auszubildende und Studenten kostenlose Konten an. Manche Banken erheben keine Kontoführungsgebühren, wenn auf dem Konto monatlich ein bestimmter Betrag, beispielsweise 2.000 Euro, eingeht.

Beachten Sie außerdem: Viele Banken haben unterschiedliche Kostenmodelle. Erledigen Sie beispielsweise die meisten Ihrer Bankgeschäfte online, kann es sein, dass Sie weniger zahlen müssen, als wenn Sie häufig die Dienste der Mitarbeiter in der Filiale in Anspruch nehmen.

Weitere Posten neben den Kontoführungsgebühren: Was ist unzulässig?

Folgende zusätzlich zu den Kontoführungsgebühren anfallenden Posten sind in der Regel nicht zulässig und dürfen von Banken nicht erhoben werden:

  • Entgelt bei einer Pfändung des Kontos
  • Erhöhung der Kisten bei der Umwandlung eines Girokontos in ein Pfändungsschutzkonto
  • Kontoauflösungsgebühren
  • Sperrung der Karte bei Diebstahl oder Missbrauch

Bei welchen Banken zahlt man keine Kontoführungsgebühren?

Möchten Sie Kontoführungsgebühren umgehen, sind Direktbanken meist ein guter Ansprechpartner.
Möchten Sie Kontoführungsgebühren umgehen, sind Direktbanken meist ein guter Ansprechpartner.

Grundsätzlich lässt sich sagen, dass die meisten Banken mit einem Filialnetz Kontoführungsgebühren verlangen. Sind Sie auf der Suche nach einem kostenlosen Girokonto, könnten Sie bei einer der vielen Direktbanken im Internet fündig werden. Doch auch von diesen erheben nach und nach immer mehr Gebühren für die Kontoführung.

Beachten Sie außerdem: Nur weil eine Direktbank keine Kontoführungsgebühren verlangt, bedeutet dies noch nicht, dass Sie mit gar keinen zusätzlichen Kosten rechnen müssen. Betreibt eine Direktbank beispielsweise keine eigenen Geldautomaten, ist das Geldabheben nur bei anderen Anbietern möglich – und dafür können weitere Kosten anfallen.

Sind Sie auf der Suche nach einem möglichst kostenlosen Girokonto, sollten Sie also die Gebührensatzung der jeweiligen Bank genauestens studieren. Es kann sogar sein, dass ein Konto mit niedrigen Kontoführungsgebühren und keinen weiteren Kosten günstiger ist als eines ohne Kontoführungsgebühren, für welches aber hohe andere Kosten angesetzt werden.

Unzulässige Erhöhung bzw. Einführung von Kontoführungsgebühren: Wichtiges Urteil des BGH

Über eine Änderung der Kontoführungsgebühren wurden viele Bankkunden in der Vergangenheit zwar mit einem Schreiben informiert. Dem Text war jedoch zu entnehmen, dass die Änderung als angenommen galt, wenn der Kunde dieser nicht ausdrücklich widersprach.

Laut einem Urteil des Bundesgerichtshofs (BGH) vom 27.04.2021 (Az.: XI ZR 26/20) ist dieses Vorgehen jedoch rechtswidrig. Das Schweigen eines Kunden könne nicht pauschal als Zustimmung gewertet werden.

Kontoführungsgebühren wurden rechtswidrig eingeführt: Was tun?

Sind die Kontoführungsgebühren zu hoch, können Sie bei einer günstigeren Bank ein Konto eröffnen.
Sind die Kontoführungsgebühren zu hoch, können Sie bei einer günstigeren Bank ein Konto eröffnen.

Welche Folgen hat dieses Urteil nun für Bankkunden, deren Kontoführungsgebühren rechtswidrig erhöht wurden? Grundsätzlich haben sie das Recht, die unzulässigen Gebühren zurückzufordern. Der Anspruch darauf verjährt jedoch nach drei Jahren, und zwar zum Ende des betreffenden Jahres.

Sie können also unzulässige Gebühren, die Sie seit 2018 gezahlt haben, aktuell zurückfordern (Stand Mai 2021). Dafür müssen Sie ein entsprechendes Schreiben an die betreffende Bank schicken. Zusätzlich zu den unrechtmäßig erhobenen Gebühren können Sie noch Verzugszinsen geltend machen.

Grundsätzlich bleibt es aber natürlich erlaubt, dass eine Bank die Kontoführungsgebühren erhöht. Darüber muss Sie den Kunden jedoch mindestens zwei Monate vor der Erhöhung informieren. Laut neuer Regelung müssen Kunden dann explizit zustimmen.

Können Sie die Gebühren fürs Konto von der Steuer absetzen?

Jahr für Jahr ist die Einkommensteuererklärung für viele Deutsche eine eher unliebsame Aufgabe. Dabei kann sich die Arbeit lohnen: Oftmals werden die Mühen mit einer Steuerrückerstattung vom Finanzamt belohnt.

Es gibt viele unterschiedliche Posten, welche das zu versteuernde Einkommen senken und damit zu einer geringeren Steuerlast führen. Sie können unter gewissen Voraussetzungen unter anderem Werbungskosten oder bestimmte Krankheitskosten von der Steuer absetzen.

Gleiches gilt für angefallene Kontoführungsgebühren. Ein Pauschbetrag in Höhe von 16 Euro pro Jahr können Sie als Werbungskosten angeben. Sie müssen dafür keinen Nachweis beim Finanzamt einreichen.

Beachten Sie: Zahlen Sie keine Kontoführungsgebühren, entfällt die Pauschale entsprechend. Sie können den Betrag nur von der Steuer absetzen, wenn Ihnen tatsächlich Kosten für die Kontoführung entstanden sind.
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