Dispo: Flexible Hilfe bei einem finanziellen Engpass

Wohl dem, bei dem am Ende des Monats ausreichend Geld übrig bleibt, um es für schlechte Zeiten an die Seite zu legen. Viele Menschen haben diese Möglichkeit jedoch nicht. Muss dann das Auto noch unverhofft repariert oder die kaputte Waschmaschine dringend ersetzt werden, reicht der auf dem Konto befindliche Betrag nicht mehr aus. In solchen Fällen kann unter Umständen ein Dispositionskredit, kurz Dispokredit oder Dispo genannt, weiterhelfen.

Kurz und knapp: Dispo für Schnellleser

Was bedeutet ein Dispo bei der Bank?

Ein Dispokredit erlaubt es Ihnen, Ihr Girokonto bis zu einem gewissen Betrag zu überziehen. Wie Sie einen Dispokredit erhalten, erfahren Sie hier.

Wie hoch ist in der Regel ein Dispokredit?

Die Höhe des Dispos richtet sich in der Regel nach der Kreditwürdigkeit des Kontoinhabers. Meist kann maximal ein Rahmen vom zwei- bis dreifachen der monatlichen Einkünfte gewährt werden. Weitere Infos dazu finden Sie hier.

Wie hoch sind die Zinsen für einen Dispokredit?

Die Bank berechnet für den Dispo Zinsen. Wie hoch diese ausfallen, unterscheidet sich von Geldinstitut zu Geldinstitut. Im Durchschnitt lagen die Zinsen im Jahr 2020 laut Angaben der Stiftung Warentest bei 9,61 Prozent. Sie sollten im Vorhinein die Kosten für den Dispo berechnen, um nicht negativ überrascht zu werden. Mehr zu den Zinsen können Sie hier nachlesen.

Welche Vor- und Nachteile hat ein Dispokredit?

Mit dem Dispo können Sie einfach und flexibel kurze finanzielle Engpässe überbrücken. Allerdings fallen vergleichsweise hohe Kosten an, da die Zinsen sehr hoch sind. Wann ein Dispo sinnvoll sein kann, können Sie hier nachlesen.

Was ist ein Dispo? Eine einfache Definition

Was ist ein Dispokredit? Sie können über mehr Geld verfügen, als auf Ihrem Konto vorhanden ist.
Was ist ein Dispokredit? Sie können über mehr Geld verfügen, als auf Ihrem Konto vorhanden ist.

Ein Dispositionskredit gibt Bankkunden die Möglichkeit, ihr Konto bis zu einem festgelegten Betrag zu überziehen. Liegt der Dispo bei 500 Euro, darf das Konto also bis zu diesem Betrag ins Minus rutschen. Finanzielle Engpässe können damit schnell und einfach überbrückt werden.

Im Gegensatz zu einem herkömmlichen Ratenkredit müssen Sie den Dispo nicht mit monatlichen Raten abzahlen und auch keinen festgelegten Rückzahlungstermin einhalten. Vielmehr ist der Dispo zurückgezahlt, wenn Sie Ihr Konto wieder ausgeglichen haben. Geht Geld auf Ihrem Konto ein, wird dies also mit dem Minus verrechnet.

Sie können den Dispokredit also jederzeit zurückzahlen. Gut zu wissen: Dabei fällt keine Vorfälligkeitsentschädigung an.

Wie können Sie ein Girokonto mit Dispo einrichten lassen?

Haben Sie den Dispokredit überzogen, fallen Überziehungszinsen an.
Haben Sie den Dispokredit überzogen, fallen Überziehungszinsen an.

Einige Banken gewähren automatisch einen Dispo, wenn ein Konto eröffnet wird. Das ist dann den Vertragsunterlagen zu entnehmen. Bei vielen Geldinstituten müssen Sie einen Dispositionskredit jedoch explizit anfragen.

Möchten Sie einen Dispo beantragen, geht dies meist schnell und flexibel. Die Bank prüft zuvor Ihre Kreditwürdigkeit und teilt Ihnen dann mit, ob der Dispokredit gewährt wird oder nicht. Das ist viel schneller und einfacher als die Beantragung eines herkömmlichen Ratenkredits.

Können Sie den Dispo trotz P-Konto behalten? Laut einem Urteil des Landgerichts Düsseldorf (Az.: 12 O 74/17) darf eine Bank den Dispo nicht automatisch streichen, wenn ein Girokonto in ein P-Konto umgewandelt wird. Es ist jedoch davon auszugehen, dass die Bank nach der Umwandlung ein P-Konto von ihrem Kündigungsrecht Gebrauch macht und den Dispo kündigt.

Wie hoch ist der übliche Dispo?

Das Girokonto mit Dispo ist also eine Möglichkeit, um ohne viel Aufwand über mehr Geld verfügen zu können. Doch welche Höhe ist beim Dispokredit eigentlich möglich? Grundsätzlich können Sie den Betrag individuell mit Ihrer Bank verhandeln.

Die Bank wird dabei jedoch genau auf ihre Bonität achten. Sie möchte natürlich sicherstellen, dass Sie als Kunde dazu in der Lage sind das Konto wieder auszugleichen – es also wieder ins Plus zu bringen. Das führt dazu, dass die Höhe des Dispos meist an die Höhe der monatlichen Einkünfte gekoppelt ist.

Je nach Geldinstitut kann höchstens ein Rahmen vom zwei- bis dreifachen der im Monat aufs Konto eingehenden Beträge als Dispo festgelegt werden.

Kosten für die Überziehung: Wie hoch ist der Dispozins?

Führen Sie vor der Inanspruchnahme eine Berechnung durch: Die Dispozinsen können eine Kostenfalle sein.
Führen Sie vor der Inanspruchnahme eine Berechnung durch: Die Dispozinsen können eine Kostenfalle sein.

Bislang haben wir uns vor allem mit den positiven Seiten des Dispos beschäftigt. Ein großer Nachteil besteht jedoch in den hohen Zinsen, die für ihn anfallen. Laut Angaben der Stiftung Warentest lagen diese im Jahr 2020 durchschnittlich bei 9,61 Prozent.

Zum Vergleich: Der durchschnittliche Effektivzins für Konsumentenkredite betrug im Mai 2020 laut Angaben der Deutschen Bundesbank 5,93 Prozent.

Aus diesem Grund sollten Sie sich genau überlegen, ob Sie den Dispokredit tatsächlich in Anspruch nehmen möchten. Grundsätzlich empfiehlt es sich, diesen nur ausnahmsweise zu nutzen, wenn dies tatsächlich zwingend notwendig ist. Sie sollten außerdem stets darauf bedacht sein, Ihr Konto möglichst schnell wieder auszugleichen.

Ist es möglich, den Dispo zu überziehen?

Wenn Sie den Dispo nutzen, ist es ratsam, das Girokonto schnell wieder auszugleichen.
Wenn Sie den Dispo nutzen, ist es ratsam, das Girokonto schnell wieder auszugleichen.

Der Dispositionskredit gibt Ihnen die Möglichkeit, Ihr Konto bis zu einer gewissen Summe zu überziehen. Doch wie verhält es sich, wenn Sie den Kredit bereits ausgereizt haben, jedoch noch etwas mehr Geld benötigen?

Stimmt die Bank dem zu, können Sie auch den Dispo überziehen. In diesem Fall wird von einer geduldeten Überziehung gesprochen. Für den regulären Dispokredit fallen die üblichen Zinsen an.

Für den darüberhinausgehenden Betrag berechnet die Bank jedoch Überziehungszinsen. Diese sind meist um einiges höher als die für einen Dispokredit anfallenden Zinsen.

Können Sie im Vorhinein absehen, dass Sie eine größere Summe Geld benötigen, besteht häufig auch die Option, den Dispo erhöhen zu lassen. Die Bank wird dem jedoch nur zustimmen, wenn sie davon ausgeht, dass den Dispokredit auch tatsächlich begleichen können. Sie müssen also über entsprechend hohe Geldeingänge verfügen.

Können Sie Ihr Konto überziehen, ohne einen Dispo eingerichtet zu haben? Es ist durchaus möglich, dass Ihre Bank diese Überziehung duldet. In diesem Fall müssen Sie jedoch Überziehungszinsen zahlen. Es gibt allerdings auch Fälle, in denen Banken eine Überziehung ablehnen.

Fazit: Wie sinnvoll ist ein Dispo?

Bevor Sie den Dispokredit erhöhen, sollten Sie prüfen, ob ein Ratenkredit eine bessere Option wäre.
Bevor Sie den Dispokredit erhöhen, sollten Sie prüfen, ob ein Ratenkredit eine bessere Option wäre.

Die Möglichkeiten, die der Dispokredit bietet, hören sich zunächst verlockend an: ohne viel Aufwand über mehr Geld zu verfügen, als das Konto hergibt.

Die große Flexibilität hat jedoch einen hohen Preis. Die Zinsen für einen Dispo sind meist viel höher als die für herkömmliche Verbraucherkredite.

Sie sollten also nur in Ausnahmefällen darauf zurückgreifen und Ihr Konto schnell wieder ausgleichen, um den Zeitraum, für den Sie Zinsen zahlen müssen, so kurz wie möglich zu halten.

Tun Sie dies nicht, besteht die Gefahr, in der sogenannten Dispofalle zu landen. Das ist der Fall, wenn sich immer mehr Zinsen anhäufen, welche den Schuldenberg wachsen lassen. Sollten Sie bereits in der Dispofalle stecken, kann sich unter Umständen eine Umschuldung lohnen. Nehmen Sie einen herkömmlichen Verbraucherkredit auf, mit dem Sie Ihr Konto ausgleichen können. Den Kredit zahlen Sie dann mit festen monatlichen Raten ab.
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