Vorfälligkeitsentschädigung und Vorfälligkeitszinsen

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Vorfälligkeits­entschädigung vermeiden, Kredit umschulden, Zinslast senken …

In vielen Immobilienkreditverträgen ist die Widerrufsbelehrung falsch oder fehlerhaft. Für Sie als Verbraucher bedeutet das, dass Sie die Vorfälligkeits­entschädigung vermeiden bzw. zu bereits gezahlte Vorfälligkeits­entschädigung zurückfordern können.

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Kündigt oder widerruft ein Verbraucher sein Darlehen oder seinen Kredit vorzeitig, dann berechnet die kreditgebende Bank ihm dafür die sogenannten Vorfälligkeitszinsen, die die Vorfälligkeitsentschädigung ausmachen. Diese sind oftmals drastisch hoch und für jeden Darlehens- oder Kreditnehmer höchst ärgerlich. Daher finden Sie hier wertvolle Tipps, wie Sie die Vorfälligkeitszinsen umgehen und berechnen können.

Icon VorfälligkeitsentschädigungKurz & knapp: Informationen zu Vorfälligkeitszinsen für Schnellleser

  • Die Vorfälligkeitszinsen bilden die Kosten für die Vorfälligkeitsentschädigung beim frühzeitigen Auflösen von einem Kredit oder einem Darlehen.
  • Bei der Begleichung der Restschuld verlangen die Banken meistens nicht nur den Restbetrag vom Kredit, sondern auch jene Zinsen, die ihr durch die vorzeitige Vertragsauflösung nun entgehen würden: die Vorfälligkeitszinsen.
  • Die Vorfälligkeitszinsen sind zu umgehen, wenn der Vertrag eine fehlerhafte Widerrufsbelehrung enthält oder bei einem Immobilienverkauf der Käufer den Darlehensvertrag in Form eines Schuldnerwechsels übernimmt. Die Bank muss dem zustimmen.

Vorfälligkeitszinsen: Das sollten Sie wissen

Derzeit sind ein Darlehen oder ein Kredit zu sehr günstigen Konditionen zu bekommen. Das liegt besonders an den niedrigen Zinsen. Wer also über eine Baufinanzierung nachdenkt, könnte jetzt die Chance nutzen. Auch Personen, die sich gegenwärtig noch in der Laufzeit zum Abbezahlen eines Darlehens oder Kredits befinden, denken gerade über die Möglichkeit einer Umschuldung nach, um somit Geld zu sparen und kleinere Raten zu zahlen.

Die Vorfälligkeitszinsen ergeben sich aus den Zinsen, die der Bank durch die vorzeitige Vertragsauflösung entgehen

Die Vorfälligkeitszinsen ergeben sich aus einer speziellen Berechnung mit den Zinsen, die der Bank durch die vorzeitige Vertragsauflösung entgehen

Doch kündigt ein Kunde seinen Darlehensvertrag vorzeitig, dann fallen Vorfälligkeitszinsen an, die der Kunde begleichen muss. Ein häufiges Thema sind genauso die Vorfälligkeitszinsen bei einem Hausverkauf. Allerdings können Sie auch hier die Vorfälligkeitszinsen umgehen.

Um also die Vorfälligkeitszinsen zu vermeiden, gibt es zwei Möglichkeiten. Die eine ist es, den Vertrag einmal von einem Anwalt oder einer Verbraucherzentrale überprüfen zu lassen. Wurde der Vertrag zwischen November 2002 und Juni 2010 geschlossen, dann könnte es sein, dass er eine fehlerhafte Widerrufsbelehrung enthält, die ein Widerrufen des Immobilienvertrages ohne eine Vorfälligkeitsentschädigung möglich macht.

Eine weitere Chance bieten die Vorfälligkeitszinsen bei einem Hausverkauf, denn hier kann mit dem Käufer ein Schuldnerwechsel vereinbart werden. Stimmt die Bank dem zu, so übernimmt quasi der neue Besitzer der Immobilie das Immobiliendarlehen. Das bedeutet, dass der Vertrag nicht gekündigt werden müsste, weil ein anderer Verbraucher den Vertrag übernimmt. Ob der Käufer dies jedoch tun möchte, obwohl er derzeit einen viel günstigeren Zinssatz bekäme, ist fragwürdig.

Als Kreditsicherheit für die Bank muss der Verkäufer letztlich sein Grundpfandrecht aus dem Grundbuch löschen lassen und stattdessen jene für den neuen Immobilienbesitzer darin eintragen lassen.

Wie hoch sind Vorfälligkeitszinsen?

Um sich einen Überblick über die etwaigen Vorfälligkeitszinsen zu verschaffen, können Sie diese einfache Rechnung durchführen. Diese Formel kann Ihnen zur Orientierung helfen. Die richtige Formel für die Vorfälligkeitszinsen erweist sich jedoch als wesentlich komplizierter. Denn realistisch gesehen, muss jede Rate einzeln errechnet werden, denn die Restschuld, die Teil der Formel ist, verringert sich nämlich mit jeder Rate, weshalb die Summe eigentlich geringer ist, als jene, die Sie mit dieser einfachen Formel berechnen.

Beispiel:

Angenommen, Frau Müller kündigt ihren Kredit und es bleibt eine Restschuld von 60.000 Euro. Für die Berechnung der Vorfälligkeitszinsen benötigt Frau Müller jedoch noch den Schadenszins. Dieser beträgt in diesem Fall vier Prozent, weil bei Vertragsschluss sechs Prozent und der aktuelle Zinssatz zwei Prozent beträgt. So ergibt die Differenz zwischen sechs und zwei Prozent vier Prozent. Der aktuelle Zinssatz ist im Übrigen der Bundesbankstatistik zu entnehmen. Er wird von der Zentralbank festgelegt. Zu guter Letzt benötigt die Formel die Höhe der Restlaufzeit. Diese beträgt im Beispiel sechs Jahre.

Nun werden die Werte in die einfache Formel eingesetzt. Dabei muss darauf geachtet werden, dass die Schadenssumme in Dezimal anzugeben ist: also 0,04 anstatt 4 Prozent.

60.000 Euro x 0,04 Prozent x 6 Jahre = 14.400 Euro

Laut diesem Beispiel müsste der Kunde also 14.400 Euro Vorfälligkeitszinsen zahlen. Tatsächlich würden die Kosten jedoch geringer ausfallen, weil nach jeder Rate die Restschuld niedriger wird und sich dies auch auf den Betrag auswirkt, der sich durch die Zinsen ergibt. Daher ist diese Rechnung oben lediglich eine grobe Orientierung.

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Vorfälligkeits­entschädigung vermeiden, Kredit umschulden, Zinslast senken …

In vielen Immobilienkreditverträgen ist die Widerrufsbelehrung falsch oder fehlerhaft. Für Sie als Verbraucher bedeutet das, dass Sie die Vorfälligkeits­entschädigung vermeiden bzw. zu bereits gezahlte Vorfälligkeits­entschädigung zurückfordern können.

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